| Der Riesling | ||
Voll ausgereift und in besonders schönen Lagen des Elsass gelesen, ergibt der Riesling einen außerordentlich feinen, rassigen Wein, der eine bemerkenswerte Harmonie zwischen dem eleganten Bukett, der delikaten Fruchtigkeit, dem ausgewogenen Körper und der besonders subtilen, sehr präsenten Säure aufweist. Wird der Riesling spät gelesen, gewinnt man aus diesen "Vendanges Tardives" (Späte Lesen), beziehungsweise aus der "Auswahl von edlen Beeren" (Trockenbeerenauslesen) erstklassige, berauschende Weine, die mehr oder weniger weich, und wunderbar harmonisch sind. Angesichts seiner außergewöhnlichen Eigenschaften ist es nur allzu verständlich, dass der Riesling der Lieblingswein der Elsässer selbst ist, aber auch, dass er sich in vielen anderen, Weinbau betreibenden Ländern angesiedelt hat. Doch machen es die häufigen Fälle unrechtmäßiger Aneignung –die im Übrigen genauso eine Hommage an den echten, den rheinischen Riesling, darstellen- in diesen Ländern absolut notwendig, ihn durch die Etikettierung von anderen Riesling-Weinen wie dem Welschriesling und dem Riesling Italico in Europa, oder dem Clare Riesling in Südafrika klar abzugrenzen. Der Riesling, der "elsässischste" unter den elsässischen Weinen, begleitet unterschiedslos die raffiniertesten Speisen. Aber ganz unvergleichlich ist er zu Fisch, zu Schalentieren und Meeresfrüchten - und natürlich auch zu Sauerkraut. |
||